Die Kamera

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Kamera. Verglichen mit der normalen Kleinbild- oder Mittelformatausrüstung spielt die digitale Großformat Kamera alleine schon wegen ihrem Gewicht in einer anderen Liga.

Die Grundausrüstung besteht aus

  • der Großformat Fachkamera (in meinem Fall eine SINAR F2 4×5 inch Kamera)
  • dem „Großformat zu DSLR“ Adapter
  • der DSLR (Canon EOS 5D)
  • einem stabilen Stativ (Manfrotto)
  • einem Laptop zur Speicherung und Bildkontrolle (MacBook Pro)
  • Der Einsatz einer mit Rädern oder Rollen versehene Transportvorrichtung ist sehr zu empfehlen.

    Das Herzstück der Kamera ist der Adapter der die digitale Spiegelreflexkamera mit der hinteren Standarte der Fachkamera verbindet, die somit als Bildsensor fungiert. Mit Hilfe dieses Adapters läßt sich die Kamera stufenlos von links nach rechts verschieben, was einem Abscannen der Bildbreite in mehreren, sich überlappenden Aufnahmen entspricht.

    dlfc_rearview

    Der hier verwendete Adapter ist eine Einzelanfertigung, die den Zugang zu einer modernen mit CNC-Maschienen ausgestatteten Werkstatt nötig macht. Der Adapter ersetzt die klassische Mattscheibe in der rückwärtigen Standarte des Fachkamera.
    Das EF-Bajonett zum Anschlluß der Canon Kamera wurde aus einem Makro-Extender entnommen. Um die benötigte rechts-links Verschiebung der Kamera zu ermöglichen, kommt eine rechteckige, matt-schwarz eloxierte Aluminiumplatte in den Dimensionen 10×23 cm mit zentraler Bohrung zur Aufnahme des Bajonetts, zum Einsatz. Diese Platte läßt sich in einem im Original Graflok-Anschluß fixierten rechteckigen Rahmen verschieben. Zwei L-förmige Halterungen dienen hierbei zur Fixierung, zu sehen in der Abbildung oberhalb des blauen Lineals und entsprechend an der Unterseite der Platte. Um die gleichzeitige Leichtgängigkeit und stabile Führung zu gewährleisten, ist ein Spiel von 0,1 mm zwischen Halterung und Platte empfehlenswert.

    Da sich der Sensor der DSLR verglichen mit der Position eines klassischen Planfilms um einige cm nach hinten versetzt befindet, sind einige Besonderheiten bei der Auswahl der zu verwendenden Objektive zu berücksichtigen.

    Um ein „Scharfstellen auf Unendlich“ zu ermöglichen, ist die Verwendung eines Objektivs mit mindestens 120mm Brennweite notwendig. Kürzere Brennweiten lassen sich nur im Makro- oder Nahbereich fokussieren. Dies

    Schneider Kreuznach 90mm

    Im hier beschriebenen Setup kommt ein Canon EOS 5D zum Einsatz, die mit oben beschriebenem Adapter verwendet wird. Der Abstand zwischen CMOS Sensor und der EF-Bajonett Vorderseite beträgt 65 mm. Die für Großformat-Objektive typische symmetrische Bauweise zeichnet sich dadurch aus, dass vom Zentrum des Objektivs aus je eine zylinderförmige Hälfte nach vorne und nach hinten aus der Objektivplatte herausragt. Auch das „optische Zentrum“ fällt in guter Näherung mit dem geometrischen Zentrum zusammen. Somit ragt das Objektiv typischerweise 30 bis 40 mm in Richtung der rückwertigen Standarte aus der Objektivplatte. Rein mathematisch läßt sich folglich bei einem Abstand von 105 mm zwischen dem Sensor der DSLR und dem Zentrum des Objektivs ein Objekt in „unendlicher Entfernung“ scharf abbilden. Der Balgen, der die beiden Standarten lichtdicht miteinander verbindet benötigt zusätzlich zzumindest ein Minimum an Platz, so dass sich bei dem hier beschriebenen Kamerasystem die bereits erwähnte Untergrenze für die „Weitwinkligkeit“ der einsetzbaren Objektive von 120 mm ergibt.


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