Die Samyang X-Familie

Seit einiger Zeit sind speziell für das FUJIFILM X-Bajonett eine Reihe lichtstarker Festbrennweiten des koreanischen Objektivherstellers Samyang verfügbar. Diese habe ich in den vergangenen Wochen in verschiedenen Situationen auf Herz und Nieren getestet. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der optischen Abbildungsleistung und der Praktikabilität im Einsatz. Messtechnische Laborwerte spielen im Alltag für mich eine untergeordnete Rolle – weshalb hier ausschliesslich mein persönlicher Eindruck zum Ausdruck gebracht werden soll. Speziell die Frage, wann das Samyang Objektiv eine interessante Ergänzung zum FUJIFILM XF-Objektiv sein kann, war für mich die zugrunde liegende Ausgangsfrage.

Für das FUJIFILM X-Bajonett sind zur Zeit folgende Brennweiten verfügbar:

  • 8mm (Fischauge) | Samyang 8 mm F2.8 II UMC
  • 12mm | Samyang 12mm F2.0 NCS CS
  • 16mm | Samyang 16 mm F2.0 ED AS UMC CS
  • 21mm | Samyang 21 mm F1.4 ED AS UMC CS
  • 24mm | Samyang 24 mm F1.4 ED AS IF UMC
  • 35mm | Samyang 35 mm F1.4 AS UMC
  • 50mm | Samyang 50 mm F1.2 AS UMC CS
  • 100mm (Makro) | Samyang 100 mm F2.8 ED UMC MACRO

Die Objektive sind allesamt manuell zu fokussieren – Dank dem hervorragenden Focus-Peaking aller Kameramodelle der FUJIFILM X-Familie ein leichtes Spiel. Speziell bei Landschafts-, Architektur oder Portraitaufnahmen ist ein schnelles Autofokus-System nicht immer zwingend notwendig. Abbildungsleistung, Abmessungen und Gewicht und nicht zuletzt der Anschaffungspreis sind hier wichtige Faktoren. Alle Aufnahmen wurden mit einer FUJIFILM X-Pro2 aufgenommen und sind unbearbeitete .jpg Dateien.

Die folgende Serie zeigt das Brennweitenspektrum von 8 bis 100mm:

 

 

Samyang 8 mm F2.8

Die herausragende Besonderheit dieser Optik ist der extreme Weitwinkel und der „Fischaugencharakter“. Die Kleinbild-Brennweite entspricht 12mm bei einem Bildwinkel von 180°. Das Objektiv ist lediglich 6,5 cm lang und mit 275 gr ein Leichtgewicht und somit als „Effektlinse“ gut in der Fototasche zu verstauen. Die Verzeichnung in den Rand-bereichen sollte jedoch gekonnt als Stilmittel eingesetzt werden.

 

Samyang 12mm F2.0 NCS CS

Das „12er“ ist die weitwinkligste, (nahezu) verzeichnugsfreie Optik im Sortiment und mit 5,9cm Länge und 260 gr Gewicht ebenfalls sehr klein und handlich. Die Naheinstellgrenze von lediglich 20cm ergibt bereits leicht abgeblendet scharfe „alles im Fokus“-Aufnahmen.

Bereits leicht abgeblendet überzeugt es durch gute Schärfe, nur minimale Verzeichnung und eine neutrale Farbwiedergabe. Wem der Brennweitensprung zwischen dem Fujinon XF 14 F2.8 R und dem Fujinon Xf 16 F1.4 R WR zu eng ist, könnte zur Erweiterung nach unten das „12er“ in Erwägung ziehen.

Samyang 16 mm F2.0 ED AS UMC CS

Das „16er“ spielt mit 11,5 cm Länge und 615 gr in einer anderen Größen- und Gewichtsklasse. Die Naheinstellgrenze dieses Objektivs liegt ebenfalls bei nur 20 cm.

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16mm

Die Abmessungen und das hohe Gewicht machen die Objektiv-Kamera-Kombination vergleichsweise kopflastig. Speziell im direkten Vergleich zum Fujinon XF 16mm F1.4 R WR (375 gr bei 7,3 cm, 15cm Naheinstellgrenze) muss sich das Samyang hier geschlagen geben. Gerade das manuell scharf stellen erfolgt beim Fujinon über einen hervorragend ausgearbeiteten Fokusring.

Samyang 21 mm F1.4 ED AS UMC CS

Mit einer Länge von 6,8cm und nur 290gr Gewicht ist das „21er“ Objektiv wiederum klein leicht und handlich. Die Naheinstellgrenze beträgt 28 cm. Ähnlich wie beim „12er“ ist die Abbildungsleistung in Bezug auf Schärfe und Verzeichnung gut, womit es speziell für Architekturaufnahmen geeignet ist.

Samyang 24 mm F1.4 ED AS IF UMC

Das „24er“ Objektiv gehört mit 12,4 cm Länge  und 630 gr Gewicht wieder in die Kategorie „groß“, die Naheinstellgrenze liegt bei 25 cm. Optisch unterscheidet es sich nicht von dem zuvor besprochenen 21er und 16er.

Samyang 35 mm F1.4 AS UMC

Mit 13,8 cm Länge und 780 gr Gewicht (30 cm Naheinstellgrenze) ist das Objektiv im Vergleich zu den beiden 35er der Fujinon Familie (XF 35 F1.4 R und XF 35 F2.0 R WR) zu gross und zu schwer. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass sich dieser Eindruck ausschliesslich auf die Verwendung an meiner FUJIFILM X-Pro2 bezieht. Alle Samyang Objektive sind für verschiedene Kameras erhältlich. An einer Canon 5D MKIII sieht es in Sachen Gewichtsverteilung und Handling vollkommen anders aus!)

35mm_FAX7261

35mm

Samyang 50 mm F1.2 AS UMC CS

Das Objektiv ist mit 7,4 cm Länge und 385 gr Gewicht kompakt und mit der kleinbildäquivalenten Brennweite von 75mm bei einer Offenblende von 1.2 prinzipiell als Portrait-Objektiv interessant. Dies erfordert jedoch einen geübten Fotografen und ein entspanntes Model, sollen relevante Motivteile scharf und im Fokus sein. Im Moment nur für das SONY E-Mount erhältlich bietet Samyang auch eine AF-Variante des 50mm F1.4 Objektivs an (50 mm F1.4 AF).Hier könnte es interessant werden, falls es in Zukunft auch eine Variante für das Fuji X-Bajonett das geben sollte. Zusammen mit dem heraus-ragenden FUJINON XF56 1.2 R (entspricht 85mm KB) stünden so zwei leicht unter-schiedliche klassische Portrait-Brennweiten zur Verfügung.

 

Samyang 100 mm F2.8 ED UMC MACRO

Dieses Objektiv gehört mit 14,9 cm Länge und 770 gr Gewicht wieder in die Kategorie „gross und schwer“. Es verfügt über eine Naheinstellgrenze von 30 cm, bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1. Wie schon bei den anderen getesteten Objektiven fällt die seidenweiche Fokussierung auf. Präzises Scharfstellen ist ein Kinderspiel.

 

Die hier getesteten Samyang MF Objektive für das FUJINON X-Bajonett punkten allesamt durch eine solide Verarbeitung (Metallgehäuse), lassen sich griffig und präzise fokussieren. Die jeweilige Gegenlichtblende gehört zum Lieferumfang.

Meine persönlichen Favoriten sind das 8 mm F2.8 II UMC Fischauge, das 12mm F2.0 NCS CS Super-Weitwinkel sowie das 100 mm F2.8 ED UMC MACRO. Erstes und letztes als interessante Ergänzung zur sehr ausgewogenen FUJINON Objektiv-Familie, zumal diese beiden Brennweiten im Fujifilm Repertoire nicht vorhanden sind. Das 12er überzeugt durch seine kompakte Bauform und das geringe Gewicht, bei guter Abbildungsleistung. Das 100er Macro lässt sich seidenweich fokussieren und so die Schärfenebene im Milimeter-Bereich anpassen. Der Vergrösserungsmasstab von 1:1 erlaubt „echte Makroaufnahmen“. Das Bokeh bei Offenblende ist schön und die Farbwiedergabe neutral.

Alle hier gezeigten Aufnahmen können in höherer Auflösung in diesem flickr-Album betrachtet werden.

Wie üblich freue ich mich über Kommentare und andere Meinungen …

 

 

 

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