Mit Fuji X auf der Fashion Week

Die Vielzahl der Kamera- und Objektivtests sind eher theoretischer Natur. Nach strikten Vorgaben und Testverfahren werden Kameras verglichen und bewertet. Eine höhere Punktzahl verspricht eine bessere Kamera (besser um was damit zu tun ? Eine sehr individuell zu beantwortende Frage). In wieweit diese Ergebnisse dann relevant für den einzelnen Nutzer sind, ist die Frage.

Renatta Pruneda Fashion Show auf dem Lavera Showfloor

Renatta Pruneda Fashion Show auf dem Lavera Showfloor

Vor diesem Hintergrund sehe ich diesen Beitrag eher als einen Erfahrungsbericht an. Das Szenario ist schnell beschrieben: In einer Woche an zwölf verschiedenen Orten 18 Modeschauen und drei Modemessen zu dokumentieren, die Atmosphäre in ansprechenden Bildern zu transportieren und publikationsfähige Bilder zu liefern. In nackten Zahlen sind das dann 160 GB an Daten und 3450 Aufnahmen. Alles in allem eine eher stressige Woche.
Die Herausforderungen sind in erster Linie einem engen Zeitplan folgend möglichst schnell von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort zu fahren, im Fall einer Modenschau einen möglichst guten Standort zu ergattern, sich gegen die Kollegen im Kampf um das perfekte Bild durchzusetzen, über die Dauer des ganzen, langen Tages die volle Konzentration zu behalten und möglichst schnell die besten Aufnahmen auszuwählen und für die entsprechende Nutzung fertig zu machen.

Nanna Kuckuck Fashion Show auf dem Lavera Showfloor

Nanna Kuckuck Fashion Show auf dem Lavera Showfloor

Kurzer Rückblick ins Jahr 2012. Grosser Photo-Trekker, zwei Pro-DSLR-Gehäuse und folgende Objektive: 24-70/2.8, 70-200/2.8, 17-40/4.0, 35/2.0, 50/1.4 ein externer Blitz, ein Einbeinstativ, viele Ersatzbatterien und viele Speicherkarten. Selbstverständlich werden nicht bei jedem Shoot alle Objektive benötigt, da jedoch zwischen den Einsätzen keine Zeit bleibt Ausrüstung – von wo auch immer – herbeizuschaffen, muss immer der gesamte Fuhrpark „am Mann“ sein. Müde Knochen und Rückenschmerzen stellen sich meist schon am Ende des ersten Tages ein. That’s life.

Eine Gemeinsamkeit beim Durchgehen der 2014er-Checkliste liegt vor: Viele Batterien und Speicherkarten. Abgesehen davon war ein kleiner Fotorucksack, befüllt mit einer Fuji X-Pro1, einer X-E1 und folgende Objektive im Einsatz: Fujinon XF18/2.0, XF35/1.4, XF18-55 und XF55-200. Kein externer Blitz und kein Einbeinstativ! Bei halbem Volumen und einem Drittel des Gewichts problemlos in der Handhabung. Jeden versierten X-Fotografen stellen die dokumentarischen Jobs mit dieser Zusammenstellung an Ausrüstung nicht wirklich vor grössere Herausforderungen. Anders sieht dies bei den Fashion Shows aus. Oftmals nicht ganz optimale Lichtverhältnisse, wenig Platz am Ende des Laufstegs (dem Ort, von dem aus der akkreditierte Fotograf auf die Bilder-Jagd geht), sich relativ schnell bewegende Modelle vor der Kamera und nur ein Versuch, jedes Model und Outfit inklusive aller Details (Makeup und Kleidung) ins rechte Licht zu rücken.

Butress & Snatch Fashion Show.

Butress & Snatch Fashion Show.

Aufgrund der Länge der Laufstege kamen beide Kameras gemeinsm zum Einsatz. Die X-Pro1 mit dem 55-200mm Teleobjektiv, die X-E1 mit dem 18-55mm Zoom-Objektiv bestückt. Der verwendete Brennweitenbereich erstreckt sich typischer Weise von ca. 30 bis 150mm. Somit lässt sich der gesamte Lauf der Models mit zwei Kameras vom Anfang bis zum Ende des Laufstegs durchgehend festhalten. Während ich in der Vielzahl der Shooting-Situationen normalerweise den optischen Sucher der X-Pro1 bevorzuge, kam hier ausschliesslich der elektronische Sucher zum Einsatz. In kürzester Zeit lässt sich so präzise der Autofokus-Punkt setzen. Ein weiteres Argument ist, dass sich das Auge nicht vom elektronischen Sucher der X-E1 auf den optischen Sucher der zweiten Kamera umstellen muss. Beide Kameras sind mit den beschriebenen Objektiven perfekt ausbalanciert und erlauben aus der Hand fotografiert – besonders beim 55-200er dank hervorragendem Bildstabilisator – jederzeit gestochen scharfe Aufnahmen. Typische Kamera-Einstellungen sind f=3,5 bis 4,5, t=1/160 bis 1/250sec. bei ISO Werten im Bereich von 1000 bis 4000. Beide Kameras sind hierbei mit den Kameragurten von Peakdesign ausgestattet, so dass der schnelle Wechsel von der einen zur anderen Kamera ohne Probleme von statten geht. Die Tatsache, dass während jeder Show ca. 250 bis 400 Aufnahmen geschossen werden, von denen möglichst schnell nach der Show die Top 25 ausgewählt werden müssen, hat zur Folge, dass im RAW & jpg-Modus fotografiert wird. Die gute Qualität der jpg-Dateien ermöglicht es, ohne weitere Nachbearbeitung sofort publikationsfähige Aufnahmen zu haben. Für den Notfall (Belichtungs-Korrekturen notwendig oder Weissabgleichs-Anpassungen) steht die .RAF Datei zur Verfügung.

D. Machts Group Fashion Show.

D. Machts Group Fashion Show.

Die hervorragende Bildqualität (gerade auch bei hohen ISO-Werten), das geringe Gewicht und Volumen der eingesetzten Kombination sind die grossen Plus-Punkte für Einsätze wie die Fashion-Week. Im Vergleich zu den in der Vergangenheit eingesetzen DSLR-Kameras ist jedoch das relativ „geringe Durchhaltevermögen“ der Kameras im Serienbildmodus zu bemängeln. Selbst bei nur drei Bildern pro Sekunde (.RAF + jpg) ist es oftmals nicht möglich, eine komplette Sequenz durchgehen zu fotografieren, da die Kamera frühzeitig „einfriert“ und lange (10 Sek.) speichert. Während dieser Zeit ist logischerweise auch kein weiteres Fotografieren möglich. Schon aus diesem Grund war der Einsatz von zwei Gehäusen dringend erforderlich, da so während der Schreibphase der einen Kamera, die andere zum Fotografieren genutzt werden konnte. Selbstverständlich kamen ausschliesslich schnelle class-10 SD-Karten zum Einsatz.

Green Fashion. Modemesse.

Green Fashion. Modemesse.

Hier können die FUJI X-E2 und mit Sicherheit die voll Spannung erwartete „Nachfolger-FUJI X“ ihre Stärken in Sachen Geschwindigkeit voll ausspielen.

Mein Fazit: Bei ausreichend intensiver Vorbereitung und Einarbeitung in die Arbeitsweise mit den spiegellosen Systemkameras der FUJIFILM X-Serie kommen alle Vorteile eines kleinen und kompakten Kamerasystems voll zum Tragen. Im Endeffekt kommt es auf das fertige Bild und nicht das verwendete Werkzeug an. Und hier punktet FUJIFILM.

Weitere Aufnahmen in höherer Auflösung finden sich in diesem flickr Album.

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